>> Neues von der Lawinenfront

Lange hat es gedauert - am 1.7.1996 war es soweit : Ein ,neuer" Lawinenerlaß wurde durch das Bundesministerium für Wissenschaft, Verkehr und Kunst (Verwaltungsbereich Verkehr) in Kraft gesetzt. Sofern Optimisten angenommen hatten, daß der nunmehr seit 21 Jahren gültige Lawinenerlaß revidiert werden würde und temporäre Lawinenschutzmaßnahmen für sämtliche Skipisten einer Lift- oder Seilbahnanlage nun möglich wären, so wurden sie herb enttäuscht. Der im Sommer ergangene Lawinenerlaß ist de facto nichts anderes als eine Ergänzung des bestehenden Lawinenerlasses und regelt nur den Neubau bzw. Umbau von Anlagen, die vor dem 22.1.1975 errichtet worden waren und die nicht permanent lawinensicher oder lawinengesichert sind. Für neue Anlagen auf neuen Trassen gilt weiterhin der Lawinenerlaß von 1975.


Ausnahmeverfahren gemäß Lawinenerlaß von 1996

Bei den wenigen zu erneuernden Anlagen, für die der neue Lawinenerlaß gültig sein wird, ist an Hand eines detaillierten Konzeptes, das durch den Antragsteller zu erstellen ist, nachzuweisen, daß das Zusammenwirken der im einzelnen bereits durchgeführten bzw. im Zuge der Erneuerung vorgesehenen temporären Lawinenschutzmaßnahmen eine deutliche Verbesserung der Lawinensicherheit der Anlage, der Skiabfahrt bzw. Skiabfahrten und erforderlichenfalls auch des sonst erschlossenen Skigebietes und der Parkplätze im Bereich der Zubringeranlage gegeben ist.

Dies wird durch eine beim Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft eingerichtete Kommission, die aus vier beamteten Lawinenexperten besteht, geprüft. Erst wenn diese Prüfung positiv bestanden wurde, besteht die Möglichkeit der Erneuerung der bestehenden Anlage.

Damit sind diese erneuerten Anlagen die einzigen, bei denen temporäre Lawinenschutzmaßnahmen auch zukünftig ausreichen.


Alter Lawinenerlaß von 1975

Bei der Planung von neuen Liftanlagen auf neuen Trassen gilt weiterhin der alte Lawinenerlaß, laut dem folgendes gefordert wird :

xx Die Anlage (Seilbahn, Sessellift, etc.) inkl. Ein- und Ausstiegsbereich muß permanent lawinensicher sein.

Eine lawinensichere Bergung im Schadensfall der Anlage muß möglich sein.

Eine permanent lawinensichere Abfahrt muß vorhanden sein.

Die permanent lawinensichere Abfahrt muß der Kapazität der Anlage entsprechen.


Lawinenschutz mit Ökoperspektiven

Kommt man um die Errichtung permanenter Lawinenschutzmaßnahmen nicht herum, so finden unterhalb der Waldgrenze zumeist Schneebrücken und Gleitschneeböcke aus resistenten Hölzern (kesseldruckimprägnierte Hölzer, Robinie, Edelkastanie) Anwendung. Sowohl bei der Wildbach- und Lawinenverbauungen als auch beim Forstdienst werden derartige aus Holz bestehende Systeme dazu verwendet, lawinenzügige Schutzwaldbestände wieder zu verjüngen, bzw. Hochlagenaufforstungen überhaupt aufzubringen.

Gerade unterhalb der Waldgrenze ergibt sich demnach für die Seilbahnwirtschaft aus der Kombination Lawinenschutz mit Aufforstung die Chance, aus einem notwendigen Übel (hohe Kosten für ,ungeliebte" Lawinenverbauungen) einen positiven Werbeeffekt - die Seilbahnwirtschaft tut etwas für die Natur, sie forstet Steilhänge auf - zu nutzen ! Und daß dies auch funktioniert ist sehr wahrscheinlich, weil Variantenfahrer kaum in Verbauungsreihen einfahren (zu unattraktiv) und somit keine Gefährdungen der Jungpflanzen durch Skifahrer und Snowboardfahrer entstehen.


>> Umweltangepaßte Lawinenverbauung

Lawinenverbauungen aus Robinie unterhalb der Waldgrenze :

Im eher gleichmäßigen Gelände unterhalb der Waldgrenze haben sich Komplettsysteme für Lawinenverbauungen aus Robinienholz (z.B. Fa. NEGER-Holz) bestens bewährt. Robinienholz ist die einzige heimische Baumart, die ohne jegliche chemische Konservierung, also völlig unbehandelt ähnliche Dauerhaftigkeiten aufweist, wie die druckimprägnierte Kiefer. Gemäß ÖNORM B3012 ist sie die einzige heimische Holzart mit Resistenzklasse 1.

Der Zusammenbau derartiger Lawinenverbauungssysteme ist einfach, nachdem sämtliche Teile gemäß einer Stückliste numeriert und inkl. Grundplatten und Verbindungsteilen übersichtlich verpackt geliefert werden. Einzig die Fundierung ist eine Spezialarbeit, die durch bautechnisch versierte Firmen ausgeführt werden sollte.

So wurden beispielsweise auf der Schmittenhöhe bei Zell am See im Sommer 1996 durch die Fa. Oberrater (A-5751 Maishofen) in nur 8 Wochen Bauzeit bei durchwegs schlechten Witterungsverhältnissen ca. 1.000 lfm Holzverbauung in Robinie aufgestellt (Bauherr : Schmittenhöhebahn AG, Lawinenverbauungssysteme : Fa. NEGER-Holz).

Auch in steilerem Gelände, wie beispielsweise bei den Finkenberger Almbahnen, bewährt sich die Robinienverbauung, wobei sich speziell die Robinie durch den unregelmäßigen Wuchs gut in die Landschaft einpaßt und daher das Landschaftsbild nicht wesentlich beeinflußt.

(Bauherr : Finkenberger Almbahnen GmbH, Bauausführung : Firma HTB, A-6020 Innsbruck, Lawinenverbauungssysteme : Fa. NEGER-Holz)


Lawinennetze oberhalb der Waldgrenze :

Im Hinblick auf das Landschaftsbild haben sich als Lawinenschutzmaßnahmen oberhalb der Waldgrenze speziell in der Schweiz, aber in den letzten Jahren auch in Österreich, Netzverbauungen wieder etabliert. Die Lawinennetze sind im Sommer kaum in der Landschaft erkennbar, die Haltbarkeiten derartiger Verbauungen sind durch die Verwendung qualitativ hochwertiger Seile bei den Netzen wesentlich erhöht worden.

Diese früher durch die Verwendung qualitativ schlechterer Seile begrenzte Haltbarkeit der Netzverbauungen war vor einigen Jahrzehnten neben der Gefahr des Durchrinnens sehr lockerenSchnees ein Kritikpunkt der Wildbach- und Lawinenverbauung, der zu einem weitgehenden Stop der Anwendung dieser Bautype geführt hatte.

Der Gefahr des Durchrinnens von sehr lockerem Schnee kann nach neuesten Erkenntnissen des EISLF (Eidgen. Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos) mittels streifenförmigem Auflegen engmaschiger Gitter begegnet werden.


Perspektiven

Wenn sich schon die Seilbahnwirtschaft in Österreich den weltweit höchsten Sicherheitsmaßstäben für die jeweils eine permanent lawinensichere Abfahrt einer Seilbahn- oder Liftanlage beugen muß, so kann es betriebswirtschaftlich nur recht und billig sein, diese teuer erkauften Sicherheitsstandards auch als Marketinginstrument zu nutzen.

Sicher ist der in einigen Jahrzehnten aufkommende forstliche Bewuchs auch ein betriebswirtschaftlicher Vorteil (er erweitert, unterstützt und ersetzt langfristig die Wirkung der Stützverbauungen).

Momentan zählt jedoch sicherlich der ökologische Werbeeffekt einer durch die Lift- oder Seilbahngesellschaft begründeten Aufforstungsfläche und die Verwendung völlig unbehandelter ,ökologischer" Lawinenschutzhölzer.

Auch die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes kann durch die Wahl geeigneter Bautypen (z.B. Robinienstützwerke, Netze) minimiert werden.

Mittelfristig wäre jedoch speziell für den einen Punkt des ,alten" Lawinenerlasses von 1975, der die "permanent lawinensichere Abfahrt" vorschreibt, eine Revision anzustreben, die auch die Verwendung von Lawinensprengseilbahnen und GAZ.EX-Anlagen zuläßt - speziell wenn man sieht, daß zur Sicherung von Verkehrswegen immer mehr GAZ.EX-Anlagen zur Anwendung kommen - aber anscheinend sind die Sicherheitsstandards für Verkehrswege nicht so hoch, wie für Skipisten (ein Punkt, den man den Autofahrern, die über derartig gesicherte Straßen in Skigebiete fahren, wohl kaum erklären wird können).


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